Ihr Beitrag für Seefeld

 

Bitte beachten Sie:

Die Phase I (Bestandsaufnahme) ist nun abgeschlossen - es können daher keine Beiträge mehr an der Pinnwand eingebracht werden. Außerdem ruht der gesamte Beteiligungsprozess in Folge des Kommunalwahlkampfes bis zum Frühjahr 2020.

Natürlich können Sie sich aber auch während dieser Zeit hier auf der Online-Plattform über den Prozess informieren: Auf der Online-Plattform finden Sie alle neusten Informationen und Entwicklungen zum Prozess, Beiträge aus der Breiten Beteiligung, Berichte aus den Bürgerwerkstätten sowie eine Zusammenstellung der Ergebnisse aus Phase I.

Beiträge

angle-left Verkehrs- und Gewerbekonzept für Seefeld

Seefeld braucht ein grundlegendes Verkehrs- und Gewerbe-Konzept, das die Staatsstrasse ST2068 als großen Wert begreift: Heute kann man auf der Staatsstrasse durch das Seefelder Ortsgebiet fahren, ohne überhaupt zu bemerken, dass hier Orte und Gewerbe sind. Es ist unerklärlich, warum man freiwillig auf diesen Werbeeffekt verzichtet.

Die Verkehrssituation in Seefeld ist dagegen voller Widersprüche, die aber nicht sichtbar werden, wenn man nur die berechtigten Partikularinteressen der Individuen beachtet. Diese Widersprüche erzeugen Probleme, die aber nur lösbar sind, wenn man den Widerspruch beseitigt. So finden sich im Bürgerdialog wieder diverse Wünsche nach Tempo 30, während Seefeld schon heute objektiv zu den Gemeinden gehört, in denen man am schlechtesten überhaupt mit dem Auto voran kommt, weil sehr vieles verstellt und einspurig zugeparkt wurde und die Strassen zu eng sind.

Das sind Widersprüche, bei denen jeder aus seiner Sicht recht hat, wunderbar kann man das zum Beispiel an der immer zugeparkten Günteringer Strasse Nähe Bahnübergang oder der oberen Mühlbachstrassse bewundern, die durch Parker auch immer faktisch einspurig ist. Dabei sind beide Straße faktisch innerörtliche Verbindungsstrassen, die Mühlbachstrasse zur Espe und nach Starnberg. Der Radfahrer hat hier recht, der sich im einspurigen Bereich hochquält und sich von hinten von Autos bedrängt fühlt, der Autofahrer hat aber auch recht, der auf innerörtlichen Verbindungsstrassen einspurig faktisch auf 10 km/h gezwungen wird und schlicht genervt ist. Gleichzeitig richtet die Gemeinde dann aber beim Sportplatz sogar ein neues Gewerbegebiet ein, das aber über die Mühlbachstrasse angefahren werden muss, weil kein Zugang zur Staatsstrasse geplant wurde. Was ein Wunder, dass dann der Verkehr auf der Mühlbachstrasse steigt.

Ein schönes Beispiel der Widersprüche ist auch das Krankenhaus, das natürlich im Ort ausserörtlichen Verkehr anzieht, Verkehr der mit Martinshorn auch mal schneller unterwegs sein muss. Wenn es dann aber darum geht, das Krankenhaus mit Neubau an die Staatsstrasse zu verlagern, ist man dagegen.

Alles gleichzeitig geht aber nicht. Was der Ort wie alle Orte braucht, sind gut befahrbare Verbindungstrassen und wenn man die hat, kann auch im Rest problemlos überall Tempo 30 gelten. Da es aber völlig unrealistisch ist, Strassen mit Wohnbebauung wie die Günteringerstrasse oder die Mühlbachstrasse zu gut befahrbaren Verbindungsstrassen auszubauen, sollte man sich des Wertes der Staatsstrasse bewusst werden. Denn wenn man Gewerbe sichtbar an der Staatsstrasse positioniert, verbessert das die Wettbewerbsposition der Anbieter und erhöht damit auch die Gewerbesteuer. Und verringert die Verkehrsbelastung in der Gemeinde erheblich.
Ein Verkehrskonzept, das die Staatsstrasse als Wert erkennt, wird also das Krankenhaus an die Staatsstrasse verlagern und Gewerbegebiete mit einem direkten Zugang zur Staatsstrassse versehen, womit der innerörtliche Verkehr deutlich zurück geht.

Wenn man dann noch den Mut hätte, einem Einzelhändler wie bspw dem „V-Markt“, der schon lange nach Grundstücken in der Region sucht, einen Einkaufs-Markt an der Staatsstrasse zu ermöglichen, würden die Einkaufsmöglichkeiten der Bürger, wie die Gewerbesteuer durch ausserörtliche Käufer erheblich steigen. Diese ausserörtlichen Käufer würden aber durch die Staatsstrasse den Verkehr in der Gemeinde nicht belasten. Plötzlich wäre Seefeld mit Krankenhaus, Markt und Gewerbe sichtbar für alle Durchfahrenden. Direkt dahinter der S-Bahnhof, ideal mit Parkplatz auf der SO-Seite der Gleise. Und der innerörtliche Verkehr würde drastisch sinken. So würden zB alle Hechendorfer auf der Oberaltinger Hauptstrasse wegfallen, die dort nur zum Einkauf beim Edeka unterwegs sind, denn dieser innerörtliche Pendelverkehr macht derzeit eine Menge des Verkehrsaufkommens aus.

Mir ist bewusst, dass die Widerstände gegen so einen Ansatz immens wären, im Detail gibt es hunderte Partikularinteressen, die dann immer irgend ein Gegenargument suchen und finden. Jeder Einzelhändler im Ort wird dagegen sein und ein Kibitz wird mit Sicherheit auch irgendwo gefunden. Ohne so einen grundlegenden Ansatz aber, wird der Verkehr und die Infrastruktur in der Gemeinde weiter nerviges Stückwerk bleiben. Mit Tempo 30 hier und da, wird das Problem auf jeden Fall nicht einmal ansatzweise gelöst, sondern nur verstärkt. Der Wunsch vieler Bürger nach ruhigem Verkehr vor der Haustür ist berechtigt, den bekommt man aber nur, wenn man den Verkehr woanders fliessen lässt. Der Raum um die Staatsstrasse bietet sich dafür idealtypisch an.

30.08.2019, MS*